08 – Rock-My-Soul-Gottesdienst

Rock-My-Soul-Gottesdienst

«Orientierung gesucht?»

Diese Frage stand im Rock-My-Soul-Gottesdienst in der evangelischen Kirche Oberuzwil ganz im Zentrum. Schaut man die heutige Weltlage an, scheint das Thema topaktuell zu sein. Die beiden Oberuzwiler Lukas Franck am E-Piano und Lino Vieitez, Gesang, erfreuten mit ihren Darbietungen als «Duo Fall».

Sie machten mit ihren Liedern dem Motto-Namen «Rock-My-Soul» – «Bewege meine Seele» – alle Ehre. Die Gemeinde applaudierte denn auch nach jedem Lied. Besonders berührend sang Lino Vieitez das Sinatra-Lied «I Did It My Way» – «Ich machte es auf meine eigene Weise», von Lukas Franck sehr sorgfältig und unterstützend auf dem E-Piano begleitet. So ist es auch im richtigen Leben. Der eigene Weg ist wichtig, nie gilt für alle das Gleiche. Der Musiklehrer Alberto Näf freute sich über seine beiden Schützlinge, welche er schon länger auf ihrem musikalischen Weg begleitet. Pianist Chistian Schneebeli begleitete diesmal nur die Gemeindelieder, zusammen mit Pfarrer Schärer am Bass.

Der Seelsorger zeigte anhand verschiedener Bilder auf, was es braucht, damit Orientierung gelingt. Die Predigt beruhte auf einem Text aus dem Matthäus-Evangelium. Ein kluger Mann baut sein Haus auf Fels, damit es nicht von allfälligen Wassermassen weggeschwemmt wird. Der Törichte aber baut auf Sand und büsst dafür, wenn ein Unwetter kommt. Seit der Mensch zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, möchte man meinen, diese Unterscheidung sei für alle bindend. Die «Goldene Regel» soll dabei Massstab sein, welche heisst: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst». Sie nimmt den Menschen in Verantwortung. Dabei soll sich das Herz für persönliche Veränderungen öffnen.

Im Zentrum des christlichen Glaubens steht das weltweit gebetete «Unser Vater» mit seinen drei Hauptpunkten: Tägliches Brot, Vergebung sowie Erlösung. Gemeinschaft ist wichtig. Es heisst: «Das Reich Gottes ist mitten unter euch.» Der Mensch ist aufgerufen, ein lebendiges Vorbild, ja ein Licht für sein Umfeld zu sein. Dieser Weg ist aber für jeden Menschen anders, es gibt keine Allgemeinformel.

In den Fürbitten wurde der vielen Opfer all der weltweiten Brandherde der Welt gedacht, begleitet von «We Shall Overcome», welches der unvergessliche Martin Luther King zum Hoffnungslied für seine schwarzen Mitbürgerinnen und Mitbürger erhoben hatte. Mit dem Dank an alle am Gottesdienst Beteiligten, dem Segenslied «Von allen Seiten umgibst du mich» und einem gesprochenen Segen schloss der Pfarrer die berührende Feier. Zum Schlusslied «Die With a Smile» sang Corina Forrer im Duett mit Lino Vieitez mit. Die Gemeinde erwirkte am Schluss gar noch eine Zugabe – ein absolutes Novum in einem Gottesdienst.

Auf www.kulturnotizen.ch kann ein ausführlicherer Bericht nachgelesen werden.

Annelies Seelhofer-Brunner

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